REZENSION: Venus in Fell

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In David Ives' von der Kritik gefeiertem Broadway-Erfolg [Venus in Fur](https://www.londontheatredirect.com/play/2722/venus-in-fur-tickets.aspx) spielen Natalie Dormer und David Oakes in einer begrenzten neunwöchigen Spielzeit im [Theatre Royal Haymarket](https://www.londontheatredirect.com/venue/24/theatre-royal-haymarket.aspx) ab dem 6. Oktober. In diesem Zwei-Personen-Stil taucht Dormers Vanda Jackson unangekündigt auf, fest entschlossen, für Oakes' Regisseur – Thomas Novachek – vorzusprechen, dessen neue Produktion eine Figur mit ihrem Namen spielt. In diesem Stück im Stück sind die Figuren vielschichtiger als ein Sack Zwiebeln; doch es sind Dormers Vanda(s), die die Show stehlen.
Ihre Fingerfertigkeit sowohl stimmlich als auch körperlich ist meisterhaft, sie wechselt im Handumdrehen von (Vanda) Jackson zu von Dunayev – oft mit großem komödiantischen Effekt. Oakes ist auch kein Mauerblümchen, aber das ist Dormers Moment. Im dritten Akt erhebt er die Chance, doch zu diesem Zeitpunkt hat Dormer das Publikum bereits in den Griff genommen. Das Machtspiel zwischen den Charakteren ist intensiv. Dormer und Oakes wechseln zwischen dominant und unterwürfig, gegnerisch und sexuell angespannt; wodurch die Grenzen verschwimmen, in welche Realität wir voyeuristisch blicken. Dies ist eine berauschende Mischung aus berauschender Dunkelheit und Sexy, mit perfektem komödiantischem Timing, aber auch dramatischem Gewicht – durchdrungen von Verlangen und Fantasie. Der zugrundeliegende soziale und theatralische Kommentar ist sowohl aktuell als auch treffend, spricht in den aktuellen (und historischen) Zeitgeist ein (aber predigt nicht). Hugh Vanstones Beleuchtung war stellenweise etwas übertrieben mit Donner- und Blitzeffekten, aber das nimmt dem Gesamterlebnis nichts ab. Es dringt nur manchmal auf, wo Tom Gibbons Sounddesign so herrlich subtil ist. Ives' Drehbuch ist gut geschrieben, und Patrick Marbers Regie ist perfekt getaktet. Venus nimmt das Publikum mit auf eine Achterbahnfahrt voller Wendungen, bringt sie zum Endpunkt, ohne unterwegs jemanden zu verlieren.  Mir blieb der Gedanke: Wow. Nun, das war etwas. Heil Aphrodite! In der Tat. Tickets für Venus in Fur sind [hier](https://www.londontheatredirect.com/play/2722/venus-in-fur-tickets.aspx) erhältlich.

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By Phlex X