The Importance of Being Earnest (Noël Coward Theatre) Rezension

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### **Hohe Energie, sehr campig und fabelhaft durchgedreht: Wildes Witz ist völlig aufgeknöpft** Es gibt gerade eindeutig einen Appetit auf das, was ich gerne 'Light Neo-Regency/Victorian Smut' nenne, mit *Bridgerton* noch hohes Fieber und **Dolly Alderton** neue Interpretation von *Pride & Prejudice* am Horizont. Darin schlüpft die *Wichtigkeit des Sein-Ernsts* at the [Noël Coward Theatre](https://www.londontheatredirect.com/venue/noel-coward-theatre-london) – perfekt verpackt in einer #FrockLit Handtasche und voll auf der Welle von 'Wohnzimmer und Gurkensandwich-Kern' mit. Denken Sie an Salonflirtereien, leicht geflochten Unterrock-Witz und halb-skandalöse Korsettkomödie.  Das ist **Max Webster** campige, ausgelassene Produktion, die Anfang dieses Jahres am National Theatre eine Reihe von Fünf-Sterne-Kritiken erhielt, und die Übertragung hat nichts von ihrem Glanz verloren. **Oscar Wilde** berühmteste Sittenkomödie – in der die Junggesellen John Worthing und Algernon Moncrieff fiktive Identitäten erschaffen, um sozialen Pflichten zu entkommen und Romantik zu verfolgen – entfaltet sich hier mit respektloser Flair. Die Handlung dreht sich zwar um Verwechslungen und geheime Engagements, doch es ist die Energie dieser Inszenierung, die den Staub aus diesem Wohnzimmerdrama poliert und das Publikum davon abhält, einzuschlafen.


**Olly Alexander** erschafft einen magnetischen Algy. Ständig arbeitet er sich wie ein vornehmer Paddington durch Tabletts voller Muffins und Gurkensandwiches, sein schelmischer Witz sprudelt durch jeden Austausch, während **Nathan Stewart-Jarretts** John energiegeladene Energie und urkomisches Timing mitbringt; sie harmonieren mit reiner komödiantischer Chemie. [**Stephen Fry**](https://www.londontheatredirect.com/news/stephen-fry-to-star-as-lady-bracknell-in-the-importance-of-being-earnest-in-the-west-end) als Lady Bracknell ist natürlich ein Spaß – herrische, hochgezogene Autorität mit gerade genug Camp-Exzess. Doch der eigentliche Höhepunkt für mich ist **Kitty Hawthorne** als Gwendolen Fairfax; sie elektrisiert jede Szene; leidenschaftlich flirtend und köstlich gebieterisch, jedes 'Earnestttttt' ein knurrendes Vergnügen. Ihr Treffen mit Cecily Cardew, gespielt von **Jessica Whitehurst,** war reines Comedy-Gold. Und **Whitehurst** kanalisiert Cecilys fieberhafte Fantasie perfekt, mit ihrem Tagebuch voller romantischer Fantasien, einer selbst erfundenen Verlobung und der herrlich unkontrollierten Kühnheit eines Mädchens, das bereits eine fiktive Verlobung 'gelöst' hat. Das Publikum heulte.  Bühnenbildnerin und Kostümbildnerin **Rae Smith** liefert ein visuelles Genuss: Stuckputz und Neon-Chaiselongue treffen auf Blumenarrangements und jazzige Westen direkt von **Laurence Llewelyn-Bowes** ****Pinterest-Board (vermutlich). Und das meine ich auf die bestmögliche Art. Was das Kostüm angeht, trägt John eine Minute Tweed von Kopf bis Fuß, bevor er im nächsten Moment in einem englischen Landgarten in vollschwarzer Trauerkleidung auftaucht; er schleicht sich im Rosenstrauch wie ein  fabelhaft fehl am Platz wirkender Sensenmann. Und Algy schwelt in Leinen, Spitze und aufeinandertreffenden Krawatten umher (immer überdressed und übergebildet). Allein die Ensembles erzählen alles über diese Männer und ihre herrlich absurden Täuschungen. In einem herrlichen Moment wühlt Algy in seinem Posten und murmelt "Savoy, Savoy, Savoy, Vauxhall Tavern" – eine freche Anspielung auf Londons queeres Nachtleben, die das Publikum zum Lachen bringt. Diese Inszenierung beweist, dass **Wilde** keine höfliche Salonnostalgie sein muss. Hier wirkt sein Witz aktuell, seine Satire lebendig und seine Figuren herrlich geöffnet. Es heißt *Die Bedeutung des Aufrichtigen zu sein* , nicht nur treu, sondern großartig gemacht. P.S. Das ist wohl die campigste Eröffnungsszene im West End im Moment. Man kann sich **Olly Alexander** als lippenbeißende Kokette vorstellen, auf einem Klavier sitzend, kniehohe Socken und reichlich rosa Tüll tragend. Ikonisch. Keine Notizen.  [*The Importance of Being Earnest*](https://www.londontheatredirect.com/play/the-importance-of-being-earnest-london-tickets) läuft bis Samstag, 10. Januar 2026, im Noël Coward Theatre. Buchen Sie noch heute Ihre Tickets.

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By Hay Brunsdon

Ich habe über 15 Jahre Erfahrung im Schreiben und Editoren und begann 2012 in der West-End-Theaterbranche zu arbeiten. Wenn ich nicht Theater schaue oder darüber schreibe, schwimme, wandere, laufe ich oder trainiere meist für Triathlons in den Stroud-Tälern.