Der Rote Löwe
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Das Stück beschäftigt sich mit drei Generationen von Männern aus der Arbeiterklasse und ihrer Beziehung zum schönen Spiel (das ist Fußball, nicht Jenga), und hat eine emotionale Dimension, eine Zärtlichkeit, die in unveränderter Männlichkeit zu finden ist, die unterdrückten Schmerz markiert. In dem Setting liegt etwas Dringendes und Aktuelles, ein Stellvertreter für die wenigen letzten ungesicherten Taschen der Arbeitergemeinschaften.
Zwischen Gesprächen über zwielichtige Hinterzimmergeschäfte für halbprofessionelle Spieler, persönliche Integrität und Heldenverehrung zeichnet das Stück die Kollateralschäden der allgegenwärtigen Gefahr von Entwurzelung, Gentrifizierung und dem damit verbundenen Verlust einer gemeinsamen Identität auf. Die Spannung im Kern, die stark spürbar ist, liegt zwischen dem Einzelnen und der Gemeinschaft; Zwischen persönlichem Gewinn und dem Team.
Es ist ein fesselnder Theaterabend, der auf drei außergewöhnlichen Aufführungen basiert. Als Kidd, der glitschige Clubmanager, bringt Steven Tompkinson Pathos und große Energie in den Mann, der um die Seele eines aufstrebenden neuen Spielers kämpft, mit dem Kitman und einstigen Clublegenden Yates (starke Auftritte von Dean Bone bzw. John Bowler). Der lyrische Dialog bemüht sich sehr sehr, ein Bild von Ehrgeiz und Anomie zu schaffen, das im Widerspruch zur Romantik steht, die weiterhin an Bottom-up-Assoziationen festhält. Es ist auch nicht völlig anachronistisch; dies ist ein Spiel, zu dem der Vorstand des Non-League-Clubs Dulwich Hamlet FC, der derzeit mit seinem Gemeinderat ums Überleben kämpft, vielleicht einen Trainer nehmen möchte.
Da dies die Arbeiterklasse ist, wie sie sich die wohlhabende Mittelschicht vorstellt, besteht immer die Gefahr eines Klischees. Obwohl man auf Marbers eigenen Erfahrungen basiert, in seinen Jugendclub einzusteigen, fragt man sich über die hier angenommene zugrundeliegende Edelheit, nämlich die Vorstellung des großen Einigers. Wie die Literatur ist Fußball ein Bezugspunkt für eine Vielzahl von Reaktionen, die Marber, mit Blick auf das Biographische, herausspielt – kindliche Gefühle, Wettbewerbsgeist, Zugehörigkeit, Eskapismus. Man fragt sich also, ob die von den Figuren gesuchte und dem Publikum als etwas Ehrwürdige verkaufte Einheit des Ziels jemals wirklich existiert hat.
[The Red Lion](https://www.londontheatredirect.com/play/2769/the-red-lion-tickets.aspx) ist jetzt bis zum 2. Dezember 2018 gebucht.