Eine kurze Geschichte der Pantomime im London Palladium

Published on 30 May 2016

Last updated on 20 August 2025

Wenn es etwas Ikonischer gibt als die legendäre Drehbühne Palladium, dann ist es die jahrhundertelange Liebesbeziehung des Veranstaltungsorts zu pantomime. Die erste Panto-Bühne, die auf ihren ehrwürdigen Brettern trat, war Dick Whittington and His Cat im Jahr 1914, und diese Tradition wurde schnell zu einem festlichen Bestandteil der Londoner Festzeit. Von da an wurde das Palladium zum Synonym für Weihnachtszauber und bot ein atemberaubendes Ensemble von Pantomimen, die Star-Power, üppiges Spektakel und die Art von freudigem Chaos, das nur Pantomimen bieten kann, vereinten.

Wenig überraschend ist Cinderella das beständigste Märchen des Palladiums. Seit seiner ersten Aufführung im Jahr 1915 wurde der Klassiker vom Tellerwäscher zum Reichtum neunmal im Theater aufgeführt. Und was für eine Gästeliste sie vorhatte! Im Laufe der Jahrzehnte begeisterte das Publikum eine Liste britischer Unterhaltungs-Royals: Julie Andrews, Jon Pertwee, Ronnie Corbett, Des O'Connor, Tommy Trinder, Evelyn Laye, George & Bert Bernard, Max Bygraves, Terry Scott, Richard O'Sullivan, Brian Murphy, Dame Anna Neagle, Paul Nicholas – und in einer besonders unvergesslichen Inszenierung The Adorable Tanya, ein lebendes Elefantenbaby, das die Show stahl. Nur in der Pantomime!

Doch Aschenputtel war bei weitem nicht die einzige Geschichte, die ihren Bann am Palladium webte. Aladdin und Dick Whittington wurden jeweils sechsmal aufgeführt, während Babes in the Wood das Publikum in vier verschiedenen Produktionen begeisterte. Das Palladium wurde zum Goldstandard für Pantomimen, berühmt für spektakuläre Bühnenbilder, aufwendige Kostüme und überraschende Prominentenauftritte. Mitte des 20. Jahrhunderts war eine Weihnachtsreise zum Palladium-Panto zu einer Familientradition für Londoner und Touristen geworden.

Was Pantomime so beliebt macht, ist ihre einzigartig britische Mischung aus Slapstick-Comedy, Publikumsbeteiligung ("Oh ja, das ist sie!"), geschlechtsverändernden Damen, funkelnden Musiknummern, aktuellen Witzen und einem zwinkernden Schatz, der Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert. Die Inszenierungen des Palladium verkörperten diesen Geist in höchstem Maßstab – mit Chorlinien, Spezialeffekten und einer Starenmischung aus West-End-Favoriten, Musikstudio-Veteranen und TV-Persönlichkeiten.

Bemerkenswerterweise gab es in den ersten 73 Jahren des Palladiums (1914–1987) nur 15 Jahre ohne Pantomime. Doch nachdem 1987 Babes in the Wood den Vorhang gefallen war, entfernte sich das Theater fast drei Jahrzehnte lang von der Tradition. Das war bis 2016, als die Panto triumphal mit Cinderella, produziert von Qdos Entertainment, zurückkehrte und das Palladium erneut zur festlichen Pantomimenhauptstadt des West End etablierte. Seitdem sind jährliche Pantomimen wieder ein fester Bestandteil geworden und bringen moderne Stars wie Julian Clary, Dawn French, Nigel Havers und Jennifer Saunders in den Pantomimenkanon ein und beweisen, dass die Form so glitzernd und schelmisch ist wie eh und je.