Born With Teeth Rezension: Ein bissiger Zwei-Personen-Spieler, der Spuren hinterlässt

Published on 3 September 2025

Kühn, draufgängerisch und absolut bezaubernd – Liz Duffy Adams' Born With Teeth kommt mit einer Wildheit, die einen am Hals packt und nicht mehr loslässt. 

Ein großer Bildschirm flackert und ruckelt, als du ankommst. Darauf sind abstrakte Formen dargestellt, die CCTV-ähnliches Rauschen erzeugen. Die Leinwand unterbricht die Aufführung heftig und abrupt und teilt das 90-minütige Stück in gezackte Abschnitte auf, ein Echo von Shakespeares eigener Fünfaktstruktur. Das Set wird, als es enthüllt wird, bis auf die Knochen entleert; Ein Paar Stühle und ein langer Eichentisch stehen vor einer Wand voller Scheinwerfer. Dies ist eine Welt der Überwachung und des Misstrauens, ein Wachhundstaat, in dem Königin Elisabeth überall Augen hat und niemand sich verstecken kann. Katholiken werden gejagt, und Dichter und Dramatiker, deren Schriften ihre verborgenen Wünsche verraten können, stehen unter ständiger Beobachtung. Selbst in der dunklen Privatsphäre eines Pub-Hinterzimmers können Kit Marlowe (Ncuti Gatwa) und Will Shakespeare (Edward Bluemel) dem Schein nicht entkommen.

Born With Teeth West End Testbericht

Kit Marlowe, bereits berüchtigt und gefährlich in Spionage verwickelt, ist gefährlich – teils Verführer, teils Spion, teils Raubtier. Während William Shakespeare, ein naiver, aufstrebender Krähe, die Grenze zwischen Bewunderung und Angst bewegt. Er fühlt sich von Marlowes Brillanz angezogen, ist aber vorsichtig, nicht in seine Umlaufbahn gezogen zu werden. Während die beiden an Henry VI. zusammenarbeiten, drückt Kit Shakespeares Knöpfe; körperlich, emotional, politisch. Er will seinen Körper genauso sehr wie seine Worte, aber er will auch etwas anderes: den Namen eines Verräters, ein Geschenk, das verhindern könnte, dass sich die Schlinge um seinen eigenen Hals enger zieht. Ihre Beziehung schwankt zwischen Anziehung, Rivalität und Verrat, ein Schlagabtausch aus Lust und Witz, der so brutal ist wie Titus Andronicus und genauso aufregend. 

Doch im Gegensatz zu einem dreistündigen Epos, das vor über 400 Jahren geschrieben wurde, entspannt sich das Tempo nie. Gatwa streift mit Athletik über die Bühne und springt mit der Körperlichkeit eines Raubtiers vom Tisch auf den Boden. Sein Grinsen leuchtet heller als der Lichterturm, der ihn auf der Bühne begleitet, jede seiner Bewegungen voller Bedrohung und Verlangen. Marlowe ist arrogant und manipulativ, aber mit Gatwas Charisma und seinem scharfen Witz kann man ihn einfach lieben. Bluemel hingegen strahlt Charme und Anziehungskraft aus, passt Gatwa Zeile für Zeile an und mildert Marlowes Feuer mit Humor und Menschlichkeit. Ihre Chemie ist elektrisierend; unberechenbar, unberechenbar und unendlich sehenswert.

Die Inszenierung reißt komplexe Themen mit scharfem Humor auf und zieht das Publikum im Handumdrehen von Angst zu Lachen, hält sie aber dennoch auf Stuhlkanten. Unsicher, in welche Richtung es als Nächstes gehen könnte. Die Serie ist ebenso verführerisch wie gefährlich, ebenso lustig wie verheerend. Er zerreißt dich, spuckt dich aus und lässt dich völlig erschöpft zurück.

Schnell, feurig und unmöglich abzuschütteln, hinterlässt Born With Teeth seine Spuren. 

Born With Teeth läuft bis zum 1. November 2025 im Wyndham's Theatre .