Einwilligungsbewertung: Nein heißt nein, ja?
Published on 27 June 2018
Nina Raines West End-Transfer von Consent hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. Da die #metoo Kampagne täglich an Fahrt gewinnt (wie es sein sollte), gelingt es Consent, unsere Augen ein wenig weiter für ein Thema zu öffnen, das oft unter den Teppich gekehrt wird.

Das Harold Pinter Theatre bietet einen ausreichend intimen Raum für die Inszenierung dieses sechsköpfigen Stücks. Seien Sie versichert, dass Sie einen kurzen Blick auf das Wunder der Kulissen werfen, die Trostlosigkeit der Bühne schätzen und sich sehr schnell von den Dialogen dieses Stücks verzaubern lassen. Und ehrlich gesagt scheint 'p**lay ' hier ein zu sanftes Wort zu sein – ich finde, Drama würde besser passen, und da diese Produktion teilweise im Gerichtssaal spielt, ist es tatsächlich ein sehr robustes Setting, das zum Wort Drama passt. Ein wesentlicher Handlungsstrang bleibt recht einfach: Zwei Freunde arbeiten am selben Fall, einer als Anklage und der andere als Verteidiger. Und hier endet die Einfachheit.
Das Drama beginnt damit, dass vier Freunde aus der oberen Mittelschicht auf die Geburt des Babys ihrer Freundin Kitty anstoßen und unter anderem über ihre jeweiligen Arbeitstage in den Gasthäusern sprechen (mit Ausnahme von Kitty und ihrer Freundin Zara). Es wird deutlich, dass es keine klare Unterscheidung zwischen den Anwälten Ed, Tim und Sian und den Mandanten selbst gibt, da der Satz "Ich vergewaltige heutzutage viel" Teil ihres Gesprächs wird. Gayle, das viel untergeordnete Vergewaltigungsopfer, wird in einem beunruhigenden Licht dargestellt, als ihre früheren psychischen Erkrankungen in den Vordergrund rücken: Sie hatte in der Nacht des angeblichen Angriffs getrunken, sie hat eine Vorgeschichte mit Depressionen und ist tränenreich und angespannt.
Im scharfen Gegensatz dazu sehen wir nur wenig von der Vergangenheit des Angreifers. Wo ist da die Gerechtigkeit? Das ruft nicht nur ein Gefühl von Ungleichheit hervor, sondern hält einen auch während und nach der Aufführung zum Nachdenken – nein sollte doch nein heißen, oder? Wie leicht ist es, nach einem harten Tag auszuschalten? Wie kann das, was du 8, 9 oder sogar 10 Stunden am Tag tust, keinen Einfluss auf dein Leben zu Hause haben?
Einwilligung zeigt buchstäblich, wie die Welle im Teich uns alle beeinflusst und, am wichtigsten, wie man niemals Angst haben sollte, seine eigene Wahrheit zu sagen, egal wie die Geschichte sein mag.
Consent läuft jetzt im Harold Pinter Theatre und läuft bis zum 11. August 2018. Verpassen Sie nicht Ihre Chance, dieses faszinierende und zum Nachdenken anregende Stück zu sehen, das kurz vor dem Start der mit Spannung erwarteten Pinter-at-the-Pinter-Saison endet.
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By Kay Johal
Kay liebt besonders Musicals und hat eine Leidenschaft fürs Schreiben.
