Into the Woods Rezension: Eine Serie so rein wie Gold
Published on 16 December 2025
Geh in The Bridge für eine Kuh so weiß wie Milch, einen Umhang so rot wie Blut, Haare so gelb wie Mais und eine Show, die rein wie Gold ist...
Stephen Sondheims Geschichte von verdrehten Märchen erwacht in Jordan Feins fülliger und üppiger Neuauflage zum Leben. Die erste Aufführung in The Bridge, die seit über drei Jahren am Ende aufgeführt wird, taucht einen vollständig in seine reiche und magische Welt ein, als stünde man neben Aschenputtel, streift einem Schicksal beim Lehen oder schwingt mit den Sandalen eines Riesen.
Tom Scutts kreative und filigrane Bühnenbilder und Kostümdesigns entführen einen vollständig in die Welt. Eine besondere Erwähnung gilt Florinda (Gabrielle Lewis-Dodson), Lucinda (Hana Ichijo) und der Stiefmutter (Jennifer Hepburn) mit ihren Pferde- und Kutschenhandtaschen sowie Rapunszels (Bella Brown) geflochtenem Leiterhaarteil. Diese unterhaltsamen und skurrilen Details heben die Verspieltheit des Textes auf ein und zeigen zugleich die zentrale Idee des Musicals: Nichts und niemand ist ganz das, was es scheint.
Gracie McGonigals Rotkäppchen ist definitiv, nervig und scharfsinnig witzig, eine beeindruckende Darstellerin, die jedes Mal die Aufmerksamkeit stiehlt (und ein Laib Brot, sechs Brötchen und ein paar Stück Kuchen), wenn sie die Bühne betritt. Doch unter der Prahlerei zeigt McGonigal echtes Verlangen und Verletzlichkeit. Es ist eine Wendung mit so vielen Ebenen wie einer der (gestohlenen) Ballverluste von The Baker.

Kate Fleetwood als Hexe ist atemberaubend. Sie liefert mühelos "Last Midnights" – eine spektakuläre Szene, die sonst meist im Vordergrund der Bühne steht, ausgestreckte Arme und Scheinwerfer – am Waldrand. Diese Inszenierung tritt zurück von Pomp und Schau zugunsten von Kontrolle und Bedrohung und verwandelt die Nummer in etwas Intimes, Gefährliches und absolut Fesselndes. Es ist zurückhaltend und unbestreitbar brillant.
Oliver Savile (Aschenputtels Prinz/Wolf) und Rhys Whitfield (Rapunzels Prinz) als die streitenden Geschwister sind ein wahres königliches Genuss. Das Duo spielt pompöse Anspruchshaltung zur Perfektion, wobei ihre herrlich übertriebene Version von "Agony" das Publikum zum Aufreißen bringt.
Diese Wiederaufnahme im The Bridge ist eine der magischsten Shows des Jahres: ein Märchenabend, der Spektakel mit Biss vereint. Die Serie versteht den Zauber, den Sondheim wirkt, und setzt dich unter ihn. Also, ich muss es irgendwie fragen, aber hast du Into The Woods-Tickets in deinen Korb gelegt?
In den Wald hinein spielt bis zum 30. Mai 2026 im Bridge Theatre .

