London Theatre Rezension: Tina: Das Tina Turner Musical im Aldwych Theatre
Published on 6 February 2019
Last updated on 15 March 2019
Bei einem Jukebox-Musical über einen Weltstar wie Tina Turner ist das Ende nicht wichtig. Auch einige der Konflikte auf dem Weg sind es nicht. Das Interesse entsteht nicht daher, was passieren wird (wir wissen, dass sie es schafft, eine Ikone der Musikwelt zu werden), sondern wie es dazu kam.

Tina: The Tina Turner Musical greift direkt auf ihre prägenden Tage und den Zusammenbruch ihrer Familie durch ihren gewalttätigen Vater auf. Wir sehen, wie sie ihre Stimme entdeckt, beginnt, sich selbst zu finden, bevor sie Ike Turner begegnet. Es ist eine bekannte Geschichte, aber die Tiefe und das Ausmaß von Ikes emotionalem und körperlichem Missbrauch überrascht ihn, besonders wie schnell er nach ihrem ersten Treffen begann. Gezwungen, ihre Identität, ihre Freiheit und ihre Unabhängigkeit aufzugeben, wurde sie zu seinem Schaustück, das ausgenutzt wurde, um seine Karriere voranzutreiben.
Selbst nachdem sie den Mut gefunden hatte zu gehen, verfolgte er sie wie ein Hund mit einem Knochen, wobei sie durch Rechtsstreitigkeiten nachts nach dem Toilettenputzen nachts in Vegas singen musste, nur um genug Geld zu verdienen. Eine zufällige Begegnung mit einem Musikproduzenten brachte sie nach London, doch sie sah sich weiterhin Widerstand gegenüber, diesmal von den frauenfeindlichen und rassistischen Ansichten der Musikindustrie. Mit Ausdauer und guten Worten von David Bowie bekam sie endlich ihren Durchbruch und wurde zu Tina, wie wir sie heute kennen.
Ganz schön eine Geschichte und voller Möglichkeiten für Drama. Während das Big-Box-Musical-Format funktioniert, geht ein Teil des Dramas im Fluff des Musicaltheaters verloren. Vielleicht hätte ein ähnliches Format wie Lady Day at Emmerson Bar and Grill oder Girl from the North Country die dramatischen Momente noch verstärkt.
Tinas Soundtrack liefert jedoch eine perfekte musikalische Untermalung. Voller Soul, eingängiger Melodien und Energie erschüttert die Musik das Aldwych Theatre , das das Publikum auf die Beine bringt und dazu bringt, mit ihrem metaphorischen Disco-Hit und Karaoke-Favoriten Simply the Best mitzusingen.
Das ganze Ensemble ist herausragend, aber eine besondere Erwähnung gebührt Kobna Holdbrook-Smith, die die undankbare Aufgabe hat, Ike zu spielen und beim Ende Buhrufe auf sich zu ziehen. Adrienne Warren stiehlt als Tina die Show. Perfekt besetzt, hat Warren das Aussehen, die Stimme und die Bewegungen, um ein großartiges Bild von Tina auf der Bühne zu vermitteln, und meistert die sanfteren, nuancierteren Momente mit großem Können und Handwerk.
Insgesamt ist die Show ein schöner, spaßiger Theaterabend, der durch den Soundtrack, wenn auch nicht durch das Thema, besonders gemacht wird, und wird bei Tina-Fans sicher noch lange ein Hit sein.
Tina: The Tina Turner Musical läuft derzeit bis zum 21. Dezember im Aldwych Theatre. Buchen Sie jetzt Ihre Tina-Tickets hier!

By Harrison Fuller
Theaterleiter, Schriftsteller, Schöpfer.

