Er beherrscht das Tempo und liefert den charakteristischen Schlag des Dramatikers – Pinter 4: Moonlight/Night School
Published on 14 November 2018
Ein Pinter-Theaterstück zu sehen ist natürlich etwas anderes als ein Abend in einem auffälligen West End-Musical. Man kann nachdenklich anregendes Theater, außergewöhnlich witzige Sprache und verwirrende Handlungen erwarten, die am Ende nie ganz klar werden. Das soll jedoch nicht heißen, dass Moonlight and Night School den durchschnittlichen Theaterbesucher, der einfach nur leichte Unterhaltung suchte, nicht begeisterte. Tatsächlich waren die von Lindsey Turner (Moonlight) und Ed Stambollouian (Night School) inszenierten Produktionen im Rahmen der Pinter at the Pinter-Reihe zugänglich, temporeich und fesselnd – ein großartiger Einstieg für Neulinge in Pinters Werk, fängt aber dennoch das Wesen einer bedrohlichen Komödie auf naturalistische und klassische Weise ein.

Moonlight kann als eines von Pinters zugänglichsten Stücken gelten, das sich mit Sterblichkeit, Erinnerung, Liebe und Trennung beschäftigt. Im Kern des Stücks liegt ein Verlangen nach Verbindung, das Turner meisterhaft vermittelt, indem er Andy, den sterbenden Mann, während des größten Teils des Stücks in seinem Bett hält; die Söhne waren ihren Eltern so nah, hatten aber nie wirklich Kontakt. Tatsächlich war das Bühnenbild selbst ein Triumph – intim, naturalistisch und düster, das perfekt zur Atmosphäre des Stücks passte, während die Schauspieler genug Raum hatten, um mit dem Raum zu spielen, den sie einnahmen. Soutra Gilmours Kostümdesign war ebenso bewundernswert; das Pastellblau und Rot der Anzüge der Brüder stehen im Kontrast zur düsteren schwarzen Kleidung von Bel, und ihr eleganter, moderner Schnitt steht im starken Kontrast zu Andys klassischen Pyjamas. Die Dialoge waren von meisterhafter Ausführung der berüchtigten 'Pinter Pauses' durchzogen, und insgesamt hielt das Stück durchgehend einen klugen Rhythmus. Robert Glenister (als Andy) kann als Meister des komischen Timings und der Artikulation angesehen werden, während Brid Brennan (Bel) Momente von Stärke und Stillheit wunderschön darstellt.
Night School brach im zweiten Akt auf die Bühne, wobei der schwere Trommelbeat und das hektische Tanzen von Sally (gespielt von Jessica Barden) das Publikum sowohl verwirrten als auch begeisterten. Der Einsatz der Trommeln war erstaunlich effektiv und der herausragende Aspekt des Stücks: Spannung aufzubauen, Soundeffekte zu liefern und sogar Teil des Sets während der 'Club'-Szene zu werden. Die Handlung und Handlung sind in diesem Stück etwas leichter zu verfolgen, und das Tempo des Stücks sowie die Dynamik des Bühnenbilds hielten das Publikum durchgehend gefesselt. Die Chemie zwischen Brid Brennan und Janie Dee als die beiden Tanten (Annie und Milly) war beeindruckend – und die Quelle vieler Gelächter aus dem Auditorium. Tatsächlich waren die Darbietungen in diesem Stück insgesamt ausgezeichnet.
Voller Farbe, Komplexität und (manchmal düsterer) Komik war Pinter Four ein Vergnügen zu erleben. Dem charakteristischen Stil eines Dramatikers treu zu bleiben und gleichzeitig fesselndes Theater in dieser modernen Welt zu schaffen, ist nicht immer so leicht gelungen, doch Moonlight und Night School stellten sich der Herausforderung mit Anmut.
Pinter 4: Mondschein-/Nachtschule spielt bis zum 8. Dezember im Harold Pinter Theatre . Die Pinter-at-the-Pinter-Saison ist jedoch noch lange nicht vorbei. Vergesst nicht, eure Tickets für Pinter 3: Landschaft/A Kind of Alaska/Monologue, Pinter 5: The Room/Victoria Station/Family Voices, Pinter 6: Party Time/Celebration und Pinter 7: A Slight Ache/The Dumb Waiter zu buchen.

By Kay Johal
Kay liebt besonders Musicals und hat eine Leidenschaft fürs Schreiben.
