REZENSION: Was ist so großartig an Miss Saigon?

Published on 27 February 2015

Diese Woche hatte ich erneut die Gelegenheit, die preisgekrönte neue Produktion von Miss Saigon im Prince Edward Theatre zu sehen, und ich wurde erneut daran erinnert, warum ich mich beim ersten Mal (und beim zweiten Mal) in es verliebt habe. Es wäre viel, viel schneller zu erklären, was daran nicht großartig ist... aber eine Rezension, die einfach nur 'nichts' sagt, wäre keine besonders interessante Lektüre. Also probieren wir das mal aus!

Zuerst die Besetzung. Es gibt kein einziges schwaches Glied in der unglaublichen Talentreihe der Show. Angeführt werden sie von der Teenagerin Eva Noblezada, die als Kim, das junge vietnamesische Mädchen, das sich in den Tagen vor dem Fall Saigons in einen amerikanischen GI verliebt, eine atemberaubende Leistung zeigt. Sie wird von dem brillanten Jon Jon Briones als Ingenieur begleitet, einem Zuhälter und Hustler, der entschlossen ist, in die USA zu gelangen und bereit ist, alles zu tun, was nötig ist, um dorthin zu gelangen. Briones hat diese Rolle schon oft gespielt und hat offensichtlich die Zeit seines Lebens; Er lässt das Publikum definitiv innerhalb von Minuten aus seiner Hand fressen. Alistair Brammer, Tamsin CarrollEthan Le Phong (derzeit bis zum 16. März Kwang-Ho Hong als Thuy vertreten) und Rachelle Ann Go liefern ebenfalls herausragende Leistungen, ebenso wie Callum Francis, der diesmal Understudy von Hugh Maynard war.

Als Nächstes die Musik, die nichts weniger als ein Rückgrat erregend ist. Von der Verzweiflung von 'Movie In My Mind' über die fast hektische Freude von 'Last Night Of The World', der rohen Emotion von 'I Still Believe' bis zur völligen Sinnlosigkeit von 'The American Dream' – alles ist vollkommen perfekt. Sogar die offensichtliche emotionale Manipulation in 'Bui Doi', die von einer Comic-Relief-ähnlichen Diashow verlassener Kinder begleitet wird, ist magisch, wo sie leicht kitschig hätte wirken können – ein Beweis für die Kraft des Liedes und die Leidenschaft seines Darstellers.

Dann gibt es noch die Emotionen. Miss Saigon hat alles – Tränen, Lachen, Spannung, Romantik, ganz zu schweigen von dem niedlichsten kleinen Jungen, den du je gesehen hast – innerhalb von zweieinhalb Stunden. Kein Wunder, dass alle bis zum Fall des Vorhangs ein wenig schockiert aussehen; Angesichts solcher emotionalen Darbietungen der Schauspieler auf der Bühne durchläuft das Publikum mehr als einmal die Mühe mit ihnen.

Aber gleichzeitig ist die Show auch ein unglaubliches Spektakel. Während diejenigen, die der Bühne am nächsten sitzen, ein intimeres Erlebnis genießen können, bieten die weiter hinten liegenden Sitze zu entscheidenden Momenten einen besseren Blick auf die atemberaubende Szene: zum Beispiel die Eröffnungsnummer im Club und – natürlich – die unvergessliche Hubschrauberszene. (Wirklich, es lohnt sich, Miss Saigon allein wegen des Hubschraubers im Prince Edwards zu sehen.)

Kurz gesagt, es ist leicht zu verstehen, warum die Show gerade neun Whatsonstage Awards gewonnen hat (darunter Beste West End Show, Beste Wiederaufnahme eines Musicals und alle Preise für den besten Hauptdarsteller und eine Schauspielerin in einem Musical). Die Geschichte von Miss Saigon ist eine aktualisierte Version von Puccinis Oper Madama Butterfly von 1904 und handelt nicht nur von Kim und Chris. Es geht um die Tragödie und die Verschwendung des Krieges und darum, wie sowohl Länder als auch Familien durch den blinden Hass anderer auseinandergerissen werden können. Miss Saigon spielt zwar im Vietnam der 1970er Jahre, aber das macht es für die heutige Welt nicht weniger relevant. Vielleicht ist das der Grund, warum es so mächtig ist. Was auch immer es ist, dies ist eine ganz besondere Show, die man kaum vergessen kann, wenn man sie einmal gesehen hat. Also, worauf wartest du noch?

@lizzid82