Richard-II-Rezension: Jonathan Baileys teuflisch charismatischer König herrscht über das Bridge Theatre

Published on 19 February 2025

Jungs und Puppen haben Könige und Herzöge im Bridge Theatre Platz gemacht, wo Jonathan Bailey in seiner ersten Bühnenrolle seit Wicked und Bridgerton herrscht. 

Kein Unbekannter bei Shakespeare (Bailey trat lange vor seinem Abstieg auf der Yellow Brick Road in Wicked bei der RSC auf der Tafel), erscheint der Olivier-Preisträger im Mittelpunkt der Bühne, getaucht in ein dekadentes Licht von drei großen Kristallkronleuchtern – ein falscher Heiligenschein über ihm. Die Titelfigur im weniger gespielten 'Henriads', Richard II. (Bailey), glaubt, er sei Jesus. Dass er göttliches Recht hat. Aber wenn wir sehen, wie das engelsgleiche Bild schnell verschwindet, als er aus dem Licht tritt und die Bühne (oder nach hinten, es ist schließlich im Runden) stürmt, um seine Krone zu beanspruchen, sehen wir, dass er einfach wahnhaft ist. 

Er sitzt in einem Meer aus schwarzen und goldenen Möbeln, groß und prunkvoll. Die Einrichtung, ausgewählt vom Bühnenbildner Bob Crowley, könnte problemlos in ein Hotelzimmer im Trump Tower passen. Diese visuelle Parallele gibt den Ton für einen König an, der – wie Präsident Trump – vor allem Bewunderung und Bekanntheit bewundert, Meinungen ändert, um sich einzuschmeicheln oder einfach seine eigene Langeweile zu lindern. Baileys Richard ist berauscht von seinem eigenen göttlichen Recht, weist seine Berater ab und ist von Anspruchsdenken geblendet – ein gefährlicher Cocktail, der letztlich seinen Untergang in Gang setzt. Als er seinen Cousin Henry Bolingbroke verbannt und dessen Erbe aus dem Krankenhausbett seines Onkels beschlagnahmt (und das feiert, indem er die Trauben des Toten verschluckt), beginnen sich die Risse in seiner Herrschaft zu zeigen und ebnen den Weg für eine Rebellion.

Jonathan Bailey in Richard II. im Bridge Theatre, London

Grant Oldings Musik, die stellenweise an Nicholas Britells Thronfolge-Thema erinnert, unterstreicht die fragile Moral und das zweifelhafte Urteil der mächtigen Elite und verstärkt das Gefühl drohenden Unheils, während Richards Herrschaft auseinanderbricht. Im Verlauf des Stücks werden die weichen Möbel entfernt, was Richards psychologischen Zerfall widerspiegelt. Die Kronleuchter verschwinden und werden durch ein schlichtes, klinisches Lichtquadrat ersetzt. Das Saallicht ist angehoben, das Publikum wird freigelegt und Richards Verletzlichkeiten und Gefühle symbolisch offengelegt. Er ist nicht mehr der König von England, sondern bloßer Grundbesitzer, der verzweifelt an der Macht festhält, während Bolingbrokes Truppen gegen ihn aufsteigen.

Baileys Darstellung ist vielschichtig und facettenreich. Seine Augen, oft schelmisch funkelnd, verbergen sein zunehmend unberechenbares Verhalten. Seine Bewegungen, in einem Moment nervös und stachelig, im nächsten von einer langsamen und kalkulierten Kühle erfüllt, sind sowohl beunruhigend als auch fesselnd. In einem besonders eindrucksvollen Moment, als Richard nach seiner Rückkehr aus Irland auf den müllübersäten Boden von Gloucestershire tritt, glänzen seine Augen vor Freudentränen. Aber ist das eine echte Liebesbekundung zu seinem Land oder ein sarkastischer Ausbruch eines Mannes, der unter dem Gewicht seiner eigenen Torheit zerfällt?

Der bildliche Kampf um die Krone wird von einem buchstäblichen Kampf um das Kopfschmuck begleitet, der die Themen des Stücks in der Körperlichkeit verankert. Als Richard gebeten wird, die Krone zurückzugeben, spielt Bailey den Moment mit komischem, kindlichem Trotz, hält sie hoch über seinen Kopf, bevor er sie wie ein trotziger Erbe gegen seine Brust drückt, der sich weigert, seine Spielsachen zu teilen. Sein Spott geht weiter, als er gebeten wird, seine dokumentierten Verbrechen vorzulesen. Sie rief: "Ich kann es nicht lesen... Meine Augen sind voller Tränen", obwohl sie knochentrocken sind. Er weigert sich, sich den Erwartungen anzupassen, die an ihn gestellt werden, und zeigt sein Selbstmitleid.

Baileys Rückkehr auf die Bühne ist nichts weniger als triumphal. Mit seiner messerscharfen Darbietung und seiner launischen Präsenz beweist er, dass er nicht nur ein Star, sondern eine wahre Theaterkraft ist. Es lebe der König. 

Richard II spielt bis zum 10. Mai 2025 im Bridge Theatre.